Turnier von Toulon 2026 — Modus, Teilnehmer, vier vorsichtige Favoriten
Die fünfzigste Ausgabe des Festival International Espoirs „Maurice Revello" — wie das Turnier von Toulon mittlerweile heißt — findet vom 4. bis 16. Juni 2026 in Südfrankreich statt. Acht Teams in zwei Vierergruppen. Wir gehen die Auslosung durch und benennen, wer realistisch um den Titel mitspielt.
Das Turnier von Toulon — offiziell Festival International Espoirs — Maurice Revello — geht 2026 in seine fünfzigste Auflage. Vom 4. bis 16. Juni spielen acht U-21- bzw. U-23-Nationalteams in den südfranzösischen Stadien von Aubagne, La Seyne-sur-Mer, Salon-de-Provence und Vitrolles. Die Auslosung am 18. März 2026 hat folgende Gruppen ergeben:
Gruppe A: Frankreich U-21, Japan U-22, Mexiko U-23, Saudi-Arabien U-22. Gruppe B: Brasilien U-23, Argentinien U-22, Côte d’Ivoire U-21, Tschechien U-21.
Modus: Jede Gruppe spielt eine Einfachrunde, die beiden Gruppensieger spielen das Finale, die Gruppenzweiten das kleine Finale. Die Plätze 5 bis 8 werden in Trostrundenspielen ausgemacht. Spieldauer 90 Minuten, drei Auswechslungen plus einer optionalen Cooling-Break-Wechsel-Slot bei südfranzösischer Sommerhitze.
Vier vorsichtige Favoriten
Frankreich U-21. Gastgeber, Heimstärke, junger Kader mit fünf aktuellen Ligue-1-Stammspielern. Wenn Frankreich es ernst nimmt — historisch nicht immer der Fall, weil das Turnier mit der Vorbereitung der A-Nationalmannschaft kollidieren kann — sind sie der mathematische Favorit. 2025 verlor Frankreich erst im Finale gegen Brasilien.
Brasilien U-23. Stammgast, Rekordsieger (12 Turnier-Titel), kommt mit voller Kapelle, weil das Turnier in das olympische Vorbereitungsfenster passt. Trainer Ramon Menezes hat in den letzten beiden Testspielen gegen Paraguay und Chile sechs verschiedene Stürmer eingewechselt — was darauf hindeutet, dass er die Spitze noch sucht. Bei einem geklärten Sturmtandem bleibt Brasilien Titelfavorit.
Mexiko U-23. Drei Toulon-Halbfinals in den letzten fünf Jahren. Mexikos Trainerstab unter Israel Macías arbeitet seit zwei Jahren an der gleichen Generation; die Mannschaft kennt sich gegenseitig sehr gut. Defensive Solidität ist die Stärke — sieben der letzten zehn Pflichtspiele zu null.
Côte d’Ivoire U-21. Neueinsteiger, aber mit einer bemerkenswerten Generation: drei Spieler aus dem aktuellen U-20-Afrika-Cup-Sieg-Kader (Mali-Finale 2025) sind dabei. Wenn die Logistik der Anreise klappt — historisch ein Problem für afrikanische Verbände bei diesem Turnier — könnte Côte d’Ivoire die Überraschung der diesjährigen Auflage liefern.
Wer sonst noch zu beobachten ist
Argentinien U-22 bringt einen jungen Kader ohne Top-Stars — Lionel Scalonis Stab nominierte keinen einzigen Spieler, der in den letzten zwölf Monaten in der A-Nationalmannschaft Spielminuten hatte. Das ist ungewöhnlich und deutet auf eine Test-Mission hin, nicht auf einen Titel-Anlauf.
Japan U-22 ist der ewige Vize-Favorit jedes Jugendturniers — diszipliniert, taktisch versiert, aber selten mit dem letzten Quäntchen Durchsetzungskraft. Trainer Go Oiwa nominierte 22 Spieler, davon 18 aus der J1-League. Erwartbar: drei knappe Spiele, eine ehrenvolle Niederlage im Halbfinale oder Viertelfinale.
Saudi-Arabien U-22 ist die schwierigste Wundertüte. Die Generation, die unter Mancini in der A-Nationalmannschaft aufgebaut wird, ist hier nicht dabei — das Toulon-Aufgebot besteht aus zweiter Reihe. Realistisch: Vorrunde, ehrenvolle Niederlagen, zwei oder drei Spielminuten für Talente, die in zwei Jahren möglicherweise A-Nationalspieler sind.
Tschechien U-21 kommt aus laufender EM-Quali (siehe Heft 38, Beitrag zur U-21-EM-Qualifikation) — wahrscheinlich mit etwas Müdigkeit in den Beinen. Das Toulon-Turnier passt für viele europäische Teams ungünstig in die Saison.
Was wir verfolgen
Wir berichten über jedes Spiel der beiden Gruppenphasen, das Halbfinale und das Finale — Aufstellungen, Spielminuten, Torschützen, Kartenverteilung. Match-Reports erscheinen jeweils binnen 24 Stunden nach Spielende auf /ressorts/berichte/. Im Juli-Heft folgt eine zusammenfassende Bilanz mit Spieler-Highlights und einer Auswertung, welche Toulon-Stars in den folgenden zwölf Monaten den Sprung in die A-Nationalmannschaft schaffen werden.